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22.10.2014 09:43
Von: Holger Weber (SZ)

Beim REWE-Bau live dabei

Realschule Schloss Wittgenstein startet Kooperationsprojekt mit Berge Bau Die Achtklässler erhalten im Technikunterricht praktische Einblicke.


Eckehard Hof, Geschäftsführer von Berge Bau, und Kurt Ermert, Leiter der Realschule Schloss Wittgenstein (vorne v. l.), unterzeichneten am Donnerstag im Beisein von Martin Imhof, Claudia Wunderlich-Müller, Denis Ermert und Peter Roßbach (hinten v. l.) den 7. Kooperationsvertrag.

Eckehard Hof, Geschäftsführer von Berge Bau, und Kurt Ermert, Leiter der Realschule Schloss Wittgenstein (vorne v. l.), unterzeichneten am Donnerstag im Beisein von Martin Imhof, Claudia Wunderlich-Müller, Denis Ermert und Peter Roßbach (hinten v. l.) den 7. Kooperationsvertrag.

Wenn in Kürze der REWE in Bad Laasphe neu gebaut wird, nicht wundern! Dann könnte es nämlich durchaus sein, dass Realschüler gemeinsam mit ihrem Technik-Lehrer Denis Ermert die Baustelle betreten. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn der Differenzierungskurs der Klasse acht begleitet den Bau und startet somit ein Pilotprojekt. Realschule Schloss Wittgenstein und das heimische Unternehmen Berge Bau unterzeichneten jetzt im Berufsorientierungsbüro der Schule einen Kooperationsvertrag, der richtungsweisend für die Zukunft sein dürfte. Mehr noch: Er könnte gar Vorbild für weitere Kooperationen dieser Art in Wittgenstein sein. Erstmals wird eine Zusammenarbeit zwischen einem Unternehmen und einer weiterführenden Schule an einem konkreten Bauprojekt realisiert. Diplom-Ingenieur Martin Imhof von Berge Bau sprach von einer „Win-Win-Situation“. Das Unternehmen kann der Schule Anleitungen aus der Praxis heraus und wichtige Tipps bei der Vermittlung von Lerninhalten in Mathematik oder Technik geben, zugleich hat es die Möglichkeit, Auszubildende zu rekrutieren. „Wir brauchen für die drei Jahre Ausbildungszeit zehn bis 15 neue Azubis“, erläuterte Eckehard Hof, Geschäftsführer von Berge Bau.

Die Schule wiederum nutzt die Praxiserfahrung für ihre Unterrichtsgestaltung, außerdem erfahren die Schüler eine ganze Menge über zahlreiche spannende Berufsfelder in der Baubranche. „Der Kampf um die Köpfe wird größer“, Die Nachwuchssuche werde heutzutage nicht einfacher. Dabei habe sich eine Menge verändert. „Früher war es das Image von Hacke, Schippe, eins, zwei, drei. Heute registriert man, dass im Bauberuf etliche Felder abgedeckt werden, vom Bauingenieur bis zu Kaufleuten. „Wir bieten das ganze Spektrum.“ Die Kooperation haben Martin Imhof und Denis Ermert ins Leben gerufen. Sie wollen die Schüler für die Baubranche begeistern, ihnen Möglichkeiten und Perspektiven aufzeigen. „Für uns ist das eine große Chance, für die Schule auch“, so Martin Imhof. Ganz konkret geht es noch in diesem Schuljahr 2014/2015 los. Nach den Herbstferien, wenn der Abriss des alten REWE-Marktes vonstatten geht, steigt der von Denis Ermert geleitete Technik-Differenzierungskurs der Klasse 8 ein. Es geht um grundsätzliche Dinge der Bauwirtschaft, um die Funktion von Geräten oder auch darum, etwa den Anleger von einem Kran zu berechnen.

Auch in den Klassen 9 und 10 soll das Kooperationsprojekt durchgeführt werden. Wenn die Neuner mitten in der Bewerbungsphase stecken und ein Praktikum absolvieren sollen, steht Berge Bau zur Verfügung. Und wenn es für die Zehner heißt, so langsam in die Phase der ausbildung überzugehen, dann soll es nochmal eine Informationsveranstaltung geben, bei der sich Berge Bau vorstellt. Gegen Ende eines Schuljahres, so die Planungen weiter, können auch die Fünftklässler in Form eines Erlebnistages von der Zusammenarbeit profitieren. Sie sollen spielerisch an das heimische Unternehmen Berge Bau herangeführt werden. Realschulleiter Kurt Ermert zeigte sich begeistert: „Ich war noch nie so euphorisch.“ Dazu komme das Glück, dass die aktuelle Baumaßnahme in Bad Laasphe anstehe.

Stellvertretender Schulleiter Peter Roßbach freute sich darüber, der Reglementierung in Sachen Berufswahlvorbereitung durch das Land entgegentreten zu können. „Wir sind an sowas interessiert, weil es viel länger dauert. Es nutzt nichts, wenn ein Schüler einen Tag in einen Betrieb hinein schnuppert.“




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