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< „AWo-Villa“ öffnet wohl zum 1. August ihre Pforten
24.09.2015 09:29
Von: Björn Weyand (SZ)

Ein Gewinn für die Bürger

Womelsdorf  Rettungs- und Feuerwache wurde gestern Abend offiziell in Betrieb genommen


Bauherr Bernd Berge (l.) übergab gestern Abend gerne die Schlüsselgewalt der neuen Rettungs- und Feuerwache in Womelsdorf. Zuerst gingen die symbolischen Schlüssel an Landrat Andreas Müller (4. v. l.) und an Erndtebrücks Bürgermeister Karl Ludwig Völkel (2. v. l.), anschließend weiter an die Vertreter des DRK-Kreisverbands und der Freiwilligen Feuerwehr. Fotos: Björn Weyand

Bauherr Bernd Berge (l.) übergab gestern Abend gerne die Schlüsselgewalt der neuen Rettungs- und Feuerwache in Womelsdorf. Zuerst gingen die symbolischen Schlüssel an Landrat Andreas Müller (4. v. l.) und an Erndtebrücks Bürgermeister Karl Ludwig Völkel (2. v. l.), anschließend weiter an die Vertreter des DRK-Kreisverbands und der Freiwilligen Feuerwehr. Fotos: Björn Weyand

Die Firma Berge-Bau ist Eigentümer, der Kreis ist Mieter, die Gemeinde ist Untermieter. Und genutzt wird das Gebäude von DRK und Löschgruppe.

bw ■  Mit einer kleinen Feierstunde in der Fahrzeughalle wurde gestern die neue Rettungs- und Feuerwache in Womelsdorf auch offiziell in Betrieb genommen. Schon seit vergangenem Mittwoch fährt der Rettungsdienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) von hier aus zu Einsätzen, die alte Rettungswache in Erndtebrück ist nun Geschichte. Die Löschgruppe Womelsdorf ist schon zum 1. August eingezogen. Mit dieser kombinierten Lösung haben Kreis und Gemeinde eine gute Entscheidung getroffen, das wurde gestern Abend deutlich.

Den Grund für diesen Umzug der Rettungswache vom Kernort in die Ortschaft nannte Landrat Andreas Müller in seinem Grußwort. Es geht auf den Rettungsdienstbedarfsplan von 2010 zurück, in dem eine Optimierung für den Bereich Erndtebrück vorgeschlagen worden sei. Das Gutachten hatte festgestellt, dass der Bad Berleburger Siedlungsschwerpunkt Aue und Wingeshausen von Womelsdorf aus einfach noch schneller zu erreichen wäre. Die Hilfsfrist im ländlichen Raum beträgt zwölf Minuten – von Erndtebrück aus war diese Frist einfach nicht einzuhalten. „Wie schnell ist ein Rettungswagen bei mir? Das ist sicher für die Menschen die allererste Frage, die relevant ist“, stellte Andreas Müller fest. Um die Zeit weiter zu optimieren, sei der Umzug notwendig gewesen. Der Landrat bedankte sich bei allen, die am Bau der Rettungs- und Feuerwache beteiligt waren.

Das war schließlich auch die Gemeinde Erndtebrück, obwohl ja der Einzug der örtlichen Löschgruppe zwischenzeitlich auch auf der Kippe stand. Dass es letztlich doch geklappt hat, freute natürlich Bürgermeister Karl Ludwig Völkel. Er erinnerte daran, dass die Löschgruppe für diese Idee gleich „Feuer und Flamme“ gewesen sei: „Endlich was Vernünftiges“, lautete damals die einhellige Meinung. „Wir haben einen Standort im Dorf – da, wo die Feuerwehr hingehört“, betonte der Erndtebrücker Verwaltungschef, der auch erwähnte, dass diese Variante zunächst auf Skepsis im Gemeinderat gestoßen sei. Damit untertrieb allerdings Karl Ludwig Völkel. Zur Erinnerung: Eine Mehrheit von CDU, FDP sowie UWG hatte das Vorhaben abgelehnt. An die Diskussionen erinnerte sich auch Kreisbrandmeister Bernd Schneider in seinem Grußwort: „Es war ein gewaltiger Kampf, doch am Ende wird alles gut.“ Es habe sehr vieler Worte bedurft, um die Kameraden aus Womelsdorf zum Weitermachen zu motivieren. Der Kreisbrandmeister betonte zurückblickend auch, dass das neue Gerätehaus für die Löschgruppe Womelsdorf bereits 1989 ein Thema gewesen sei, weil das alte Spritzenhaus nicht mal beheizt gewesen sei. Auch 2006 und 2011 gab es für das alte Gerätehaus jeweils die Note „Ungenügend“. Auch deswegen konstatierte Bernd Schneider: „Die Investition wird den Bürgern mehr als zugute kommen.“

Der Erndtebrücker Gemeindebrandinspektor Karl-Friedrich Müller blickte auch auf „eine stürmische Zeit“ zurück, schließlich sei aber die richtige Entscheidung getroffen worden. „Ohne die gäbe es die Womelsdorfer Löschgruppe heute wohl nicht mehr“, stellte der Wehrführer fest, der zudem die insgesamt positive Entwicklung in der Erndtebrücker Feuerwehr unterstrich: Zu der Zeit, als die Löschgruppe Womelsdorf sich abgemeldet hatte, sei die Zahl der aktiven Feuerwehrleute auf weniger als 90 gesunken – heute seien es 166 Aktive. Viel Lob gab es für die Firma Berge-Bau, die im Investorenmodell die Rettungs- und Feuerwache in Womelsdorf gebaut und für die kommenden 30 Jahre an den Kreis Siegen-Wittgenstein als Mieter verpachtet hat. Die Gemeinde wiederum ist Untermieterin.

Nicht nur Karl-Friedrich Müller betonte in seiner Rede, dass Berge-Bau das Projekt mit viel Liebe umgesetzt habe. Auf Wünsche von DRK und Feuerwehr sei das Unternehmen immer eingegangen und habe diese realisiert. Und dann erzählte der Gemeindebrandinspektor noch davon, dass sogar Bernd Berges Frau Inge noch Rosen gepflanzt habe. Der Firmenchef und Bauherr berichtete, dass das Unternehmen für den Auftrag scharf kalkuliert habe, um das Projekt in der heimischen Region zu halten. Unter den rund 200 Mitarbeitern seien auch zahlreiche Feuerwehrleute, insofern sei das Engagement hier besonders hoch gewesen. „Das ist ein Hingucker“, fand der Bauunternehmer und meinte auch mit einem Augenzwinkern: „Das wäre vielleicht auch für Benfe etwas.“ Dort ist eine Löschgruppe im Aufbau, ein Domizil fehlt noch. Und wie in Womelsdorf die marode Gaststätte „Zum Hühnerhof“ gäbe es in Benfe auch einen Schandfleck, der für ein Gerätehaus weichen könnte. Doch das war gestern Abend nicht ganz ernst gemeint.

Die Rettungs- und Feuerwache in Womelsdorf sei „auf Langlebigkeit und Nachhaltigkeit ausgelegt“, erklärte Bernd Berge in seiner Rede. Und: Das Gebäude sei auch eine Sicherheit für die Mitarbeiter des Unternehmens. Ein weiteres Lob gab es auch noch von Ralf Henze, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Siegen-Wittgenstein: „Hier haben gute Partner zusammengearbeitet. Berge-Bau war immer flexibel.“ Die neue Rettungswache sei sicher ein Gewinn für die Patienten, die nun in weiteren Bereichen innerhalb der Hilfsfrist erreichbar seien. Zudem entspreche die Rettungswache den modernen Anforderungen. Hierzu gehören beispielsweise Einzelruheräume. Ein Gewinn für die Sanitäter, die hier ja 24 Stunden täglich auf Abruf stehen, und das 365 Tage im Jahr. Der Bau sei auch an den Einsatzabläufen orientiert, erklärte Henze: „Hier wurde eben weitsichtig geplant.“




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