Neue Pläne in Abstimmung mit Einzelhandelskonzept

Im Laaspher Rat ging's gestern Abend um Schulte-Koch

Bad Laasphe. (JG) Vor gut einem halben Jahr hatte Eckehard Hof von der Firma BERGE-BAU dem Laaspher Rat vorgestellt, wie sich seine Firma - gemeinsam mit einigen Investoren - die künftige Nutzung des Geländes Schulte-Koch in der Stockwiese der Kernstadt vorstellen könnte. Die Pläne stießen in der Versammlung überwiegend auf große Zustimmung, mit im Boot damals zwei große Lebensmittelanbieter. Wobei die Arnsberger Bezirksregierung bis dahin immer das Laaspher Ansinnen gestoppt hatte, in diesem Bereich allzu große Märkte außerhalb des direkten Stadtzentrums zu platzieren. Deshalb sollte ein Einzelhandelskonzept für die Lahnstadt her.

Gestern Abend wurde im Rat ein Sachstandsbericht in dieser Angelegenheit gegeben: Von der BBE Handelsberatung Münster berichteten deren Geschäftsführer Hans-Joachim Schrader sowie sein Mitarbeiter Michael Gutzeit.

Zunächst stellte Hans-Joachim Schrader die gegenläufigen Entwicklungen dar, dass trotz einer seit 1990 stagnierenden Nachfrage der Flächenverbrauch des Handels stark zugenommen habe. Daraus leitete er ab, dass mittlerweile der Gesetzgeber sehr viel genauer darauf achte, dass keine Natur verschwendet werde. Deshalb müsse sich eine Stadt auf bestehende Einzelhandels-Flächen konzentrieren.

Für die 117 Einzelhandelsbetriebe mit ihren 155 Sortimenten im gesamten Stadtgebiet konstatierte er eine insgesamt "gute Angebotsvielfalt", die Zahl der Betriebe für den langfristigen Bedarf - wo einmal im Monat eingekauft wird - sei sogar erfreulich hoch für ein Mittelzentrum wie Bad Laasphe. Auch die große Zahl der inhabergeführten Einzelgeschäfte sei sehr zu begrüßen.

Neben der Kernstadt - von der Altstadt bis zum Rewe - mit höchster Einkaufs-Priorität und den Einkaufsstandorten Feudingen und Banfe sah er noch die bestehenden Fixpunkte: Dänisches Bettenlager, Wittgensteiner Möbelhaus und Lidl/Aldi. Mit insgesamt 15.000 Quadratmetern Verkaufsfläche - 0,95 Quadratmeter pro Laaspher - liege man knapp unter dem Bundesdurchschnitt. Von dem Kaufkraftpotential von 80 Mill. blieben etwa 52 Mill. € in der Lahnstadt, das entspreche einer Bindungsquote von 66 Prozent - damit liege man im Vergleich mit ähnlichen Städten im unteren Mittelfeld.

Baumärkte und Unterhaltungselektronik seien die Schwachstellen im Laaspher Angebot, aber dafür einen Anbieter zu finden sei schwierig. Hans-Joachim Schrader bezweifelte, dass hier viel gesteuert werden könne. Die Quote für die Nahversorgung sei hingegen relativ gut, doch hier sah er Chancen für eine einfache Verbesserung. Und einen weiteren Ansporn gab es aus dem Expertenmund für die bereits bestehenden Geschäfte und deren bisher ungenutztes Potential: "Wenn sie nur gute Läden hier hätten, wäre die Bindungsquote auch höher als 66 Prozent." Für Bürgermeister Robert Gravemeier war das Beste an diesem Vortrag, dass die alte Arnsberger Maßgabe "Finger weg von der Stockwiese" offenbar nicht mehr gelte. Und so stellte Eckehard Hof mit den beiden Planern - Daniel Prien von BERGE-BAU und Laaspher Architekt Paul Schubert - vor, wie sie sich die Ausgestaltung der Fläche Schulte-Koch vorstellen könnten, weiterhin mit den Interessenten Lidl und Edeka sowie in enger Abstimmung mit der BBE Handelsberatung. Als Markenzeichen, regte Daniel Prien an, dass der alte noch bestehende Fabrikschornstein und das Kesselhaus stehen bleiben könnten. Paul Schubert freute sich vor allem, dass Edeka deutlich mehr in das Gebäude investieren wolle, das dementsprechend auch besser aussehe. Zur Anbindung an die Stadt könnten sich die Planer auch eine Treppe oder einen Aufzug über die Bahnschienen - in Richtung Autohaus Marburger - vorstellen, doch diese Wünsche scheinen derzeit unbezahlbar.

Siegener Zeitung
Siegener Zeitung (24.08.2006)

   
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