Soldaten aus der Kaserne
hinein ins "Legoland"

210 Dienstposten bald auf Wohnungssuche in Erndtebrück

Erndtebrück. (howe) Die Situation ist gut für Erndtebrück: Wenn am 1. Juni rund 100 Soldaten das Kasernengelände verlassen und auf Wohnungssuche gehen - und wenn dann ab 2010 weitere 110 Dienstposten Wohnraum benötigen, muss die Edergemeinde gerüstet sein. 210 Soldaten, die "möglichst alle" in Erndtebrück bleiben sollen, wie es CDU-Fraktionschef Fritz Hoffmann gestern formulierte, erhöhen die Kaufkraft, beleben die Kommune. Und so war es nicht verwunderlich, dass zum Pressetermin der Kreiswohnungs- und Siedlungsgesellschaft mbH Siegen (KSG) neben dem CDU-Mann auch der FDP-Vorsitzende Heinz-Georg Grebe sowie der SPD-Bürgermeister Karl-Ludwig Völkel an der Breslauer Straße 40 zugegen waren. Die Politik setze sich schon immer dafür ein, dass Wohnraum für die Soldaten geschaffen werde, hieß es vor Ort in einer frisch renovierten Wohnung.

KSG, BERGE-BAU, Politik und Verwaltung stellten gestern die Wohnungen vor, die für Soldaten zu haben wären. (SZ-Foto: Holger Weber)
KSG, BERGE-BAU, Politik und Verwaltung stellten gestern die Wohnungen vor,
die für Soldaten zu haben wären. (SZ-Foto: Holger Weber)

KSG-Kundenbetreuer Thomas Marschner und Eckehard Hof von der Firma BERGE-BAU erörterten, was nun angepriesen wird: 54 Wohnungen hält die KSG an der Breslauer Straße 38 bis 48 vor, 44 sind davon bereits belegt. Weitere zehn könnten sich die Soldaten in Kürze anschauen. Weil die KSG nur große Drei-, Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen anzubieten hat, wären Wohngemeinschaften denkbar. Schließlich sind es vornehmlich Einzelpersonen, die Wohnraum suchen. Eckehard Hof unterstützte die Initiative der KSG: "Es wäre eine Schande, wenn die Soldaten nach Hilchenbach oder woanders hinziehen, weil es hier keine Wohnungen gibt." Der Preis ist übrigens moderat. Wenn sich drei Mann zusammentun, können die nicht nur zu Fuß auf den Hachenberg laufen, sondern für kleines Geld eigene vier Wände nutzen. 1974 waren die Wohnungen an der Breslauer Straße in Erndtebrück übrigens errichtet worden - von der Firma BERGE-BAU.

Den Bundeswehrstandort gibt es seit 1967. Die Aussichten für Erndtebrück sind also keine schlechten. Merkte die KSG vor einigen Jahren einen verstärkten Leerstand, weil die Bundeswehr-Standortdiskussion um Erndtebrück Verunsicherungen brachte, trägt die heutige, durchweg positive Entwicklung der Bundeswehr in Erndtebrück dazu bei, dass sich die Soldaten ruhigen Gewissens hier niederlassen können - auch, wenn man im Ort über die Wohnungen an der Breslauer Straße scherzhaft "Legoland" sagt.

Von Holger Weber


Siegener Zeitung
Siegener Zeitung (28.05.2009)

   
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