Ludwig-Koch-Center

Abrisshalden sollen bis Ende Februar verschwunden sein

Bad Laasphe. (km) Bislang sind auf dem Koch-Gelände "In der Stockwiese" nur die Abrisshalden gewachsen: Holz, Metall, Steine - alles säuberlich sortiert. Aber bis Ende Februar soll hier alles eine ebene Fläche sein und dann geht es los: Nahezu zeitgleich will die Firma BERGE-BAU die neuen Einkaufsmärkte errichten: den Dursty-Getränkemarkt, das neue Gebäude für den Discounter Lidl und den Edeka-Markt.

Ortstermin unterm Schornstein: Vertreter des Investors BERGE-BAU, der Firmen Lidl und Edeka, Bürgermeister und Vertreter der Ratsfraktionen auf dem Koch-Gelände. (WP-Foto: Karin Masannek)
Ortstermin unterm Schornstein: Vertreter des Investors BERGE-BAU, der Firmen Lidl
und Edeka, Bürgermeister und Vertreter der Ratsfraktionen auf dem Koch-Gelände.
(WP-Foto: Karin Masannek)

Wie die Planungen des Investors für das Frühjahr und den Sommer aussehen, erläuterten Projektentwickler Eckehard Hof und Bauleiter Klaus Preis gestern bei einem Ortstermin. Vertreter der Ratsfraktionen, Bürgermeister Robert Gravemeier und Vertreter von Lidl und Edeka hatten sich unter dem zur Zeit eingerüsteten Schornstein versammelt. Er wird saniert und soll als einziges Überbleibsel der industriellen Vergangenheit zusammen mit einem Zentralgebäude Mittelpunkt und Wahrzeichen des neuen Ludwig-Koch-Centers werden.

Alles etwas langsamer "Wir hatten uns gewünscht, dass alles viel schneller geht", erklärte Eckehard Hof. Doch dann musste noch ein Gutachten zur Entsorgung der Abrissmaterialien erstellt werden, und das Wittgensteiner Holzkontor wartete fast ein dreiviertel Jahr auf die Genehmigung zum Umbau seines neuen Quartiers, der alten Karthalle. Erst zum Jahresende konnten die letzten Mietflächen geräumt werden. Jetzt aber steht der Planierung der rund 30.000 Quadratmeter großen Baufläche nichts mehr im Wege und die für den Baubeginn erforderlichen Genehmigungen für die Märkte liegen vor.

Ludwig-Koch-Center: Abrisshalden sollen bis Ende Februar verschwunden sein. (WP-Foto: Karin Masannek)
Ludwig-Koch-Center: Abrisshalden sollen bis Ende Februar verschwunden sein.
(WP-Foto: Karin Masannek)

Geplante Bauzeiten

Vier bis fünf Monate Bauzeit sind für den neuen Lidl-Markt veranschlagt, vier Monate für den Dursty-Markt und sieben bis acht Monate für Edeka. "Wird die erste Ware noch vor dem Ende meiner Amtszeit im Oktober über die Kasse gehen?", will Bürgermeister Robert Gravemeier wissen. Das ist zumindest die Zielvorgabe.

Damit die Kunden auch anfahren können, müssen parallel zu den Hochbaumaßnahmen Kanal, Erschließungsstraße und Parkplätze gebaut werden. Zudem steht die Firma Rossmann in den Startlöchern, die nach dem Umzug von Lidl in den neuen Markt im jetzigen Lidl-Gebäude auf 725 Quadratmetern einen Drogeriemarkt modernsten Standards einrichten will.

Ein Vertreter der Firma Dursty war gestern nicht vor Ort, Eckehard Hof konnte aber berichten, dass der Getränke-Anbieter auf ca. 700 Quadratmetern ein 2.700 Artikel umfassendes Sortiment inklusive Weine und Spirituosen offerieren möchte. Errichtet wird das Gebäude hinter dem jetzigen Lidl.

Ludwig-Koch-Center: Bislang sind auf dem Koch-Gelände 'In der Stockwiese' nur die Abrisshalden gewachsen: Holz, Metall, Steine - alles säuberlich sortiert. (WP-Foto: Karin Masannek)
Ludwig-Koch-Center: Bislang sind auf dem Koch-Gelände "In der Stockwiese"
nur die Abrisshalden gewachsen: Holz, Metall, Steine - alles säuberlich sortiert.
(WP-Foto: Karin Masannek)

Der neue Lidl-Markt

Keine größere Artikelvielfalt, aber deutlich mehr Platz wird es bei Lidl geben, erläuterte Prokurist und Immobilienleiter Sascha Estel, als sich nach dem Gang über das Baugelände alle im Haus des Gastes versammelt hatten. Lidl ist mittlerweile seit 15 Jahren in Bad Laasphe und wird mit Einzug in den neuen 1.000-Quadratmeter-Markt seine Verkaufsfläche verdoppeln. "Das Einkaufsverhalten hat sich verändert", weiß Sascha Estel. Bei den Discountern wird seltener, aber in größeren Mengen eingekauft. Eine Tragetasche voll war es in den 80er Jahren, heute füllt ein Einkauf im Durchschnitt vier bis fünf Tüten. Mit breiteren Gängen und einem größeren Lager werden sich die Arbeitsabläufe bei Lidl optimieren. Zu den derzeit zwölf Mitarbeitern werden zwei bis drei hinzukommen. "Wir rechnen mit einem Umsatzzuwachs von 5 bis 10 Prozent", sagt Sascha Estel.

Edeka Neukauf

Mit einem rund 20.000 Artikeln umfassenden Vollsortiment will Edeka auf der anderen Seite des Schornsteins an den Start gehen. Lebensmittel und Getränke - auch aus der Region - sind dabei ganz klarer Schwerpunkt, Non-Food-Artikel wird es nur an Rande geben. Auf 1.700 Quadratmetern wird "nicht alles mit Ware vollgepackt", verspricht Götz Hofmann ein bequemes Einkaufen. "Wir planen sehr langfristig in Bad Laasphe", sagt Hofmann. Anders als die anderen Marktbetreiber, die ihre Gebäude vom Investor mieten werden, hat die Edeka Hessenring das Grundstück von BERGE-BAU gekauft und ist selbst Bauherr.

Wie bei Edeka üblich, soll auch der Bad Laaspher Markt von einem selbstständigen Einzelhandelskaufmann oder einer Kauffrau betrieben werden. Eine Familie, die als Betreiber einsteigen will, ist auch schon gefunden, die Verträge aber noch nicht unterzeichnet. Mit dem neuen Edeka-Markt werden ca. 40 bis 50 Arbeitsplätze entstehen, wobei auch ausgebildet werden soll.

Dass der künftige Bad Laaspher Edeka Neukauf eine Konkurrenz zum Wallauer Markt darstellen wird, ist Götz Hofmann bewusst. Mit dem Feudinger Edeka-Geschäft sieht er dagegen keinen Konflikt, das habe als Nahversorger eine andere Funktion.

Bei Edeka wird es auch eine Metzgerei geben, beliefert vom firmeneigenen Fleischverarbeitungsbetrieb. Ein Bäckerei-Shop im Eingangsbereich wird untervermietet.

Ludwig-Koch-Center: Der Planierung der rund 30.000 Quadratmeter großen
Baufläche steht nichts mehr im Wege. (WP-Foto: Karin Masannek)
Ludwig-Koch-Center: Der Planierung der rund 30.000 Quadratmeter
großen Baufläche steht nichts mehr im Wege. (WP-Foto: Karin Masannek)

Das Zentralgebäude Raum für die Ansiedlung kleiner Geschäfte oder eines Cafés im Ludwig-Koch-Center wird auch das Zentralgebäude bieten, das in zwei rechteckige Komplexe aufgeteilt am Schornstein platziert werden soll. Interessenten, die sich hier einmieten möchten, sollten sich, so Eckehard Hof, am besten umgehend melden, da die Planungen noch nicht abgeschlossen sind und die Ladenzuschnitte jetzt noch auf die Wünsche der künftigen Nutzer abgestimmt werden können. Gleiches gilt für die Büroflächen, die im Obergeschoss des Zentralgebäudes (über Aufzug zu erreichen) angeboten werden. Sie eigenen sich beispielsweise für Dienstleister wie Versicherungsbüros, aber auch für Arztpraxen.

Der Entwurf für das Zentralgebäude: Neben dem Schornstein sollen versetzt zwei Baukörper-Riegel platziert werden. Parterre können kleine Geschäfte oder Gastronomie einziehen, oben stehen Büros oder Praxen zur Vermietung. Wer sich bald entscheidet, kann noch Gestaltungswünsche anmelden. (Zeichnung: BERGE-BAU)
Der Entwurf für das Zentralgebäude: Neben dem Schornstein sollen versetzt
zwei Baukörper-Riegel platziert werden. Parterre können kleine Geschäfte
oder Gastronomie einziehen, oben stehen Büros oder Praxen zur Vermietung.
Wer sich bald entscheidet, kann noch Gestaltungswünsche anmelden.
(Zeichnung: BERGE-BAU)

Auch das Zentralgebäude soll, wenn auch ein bisschen später als die Märkte, noch in diesem Jahr errichtet werden. Optisch abgerundet wird das neue Einkaufszentrum mit einer Reihe von Bilderstelen, die Fotos aus der industriellen Vergangenheit des Geländes und von der historischen Altstadt Bad Laasphes zeigen sollen.

Von Karin Masannek


WESTFALENPOST
WESTFALENPOST (07.02.2009)

   
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