Bald nur noch Einzelzimmer
Das Fritz-Fries-Seniorenzentrum der AWo
wird erneuert
Siegen. (juli) Den Zeichen der Zeit
passt sich das Fritz-Fries-Seniorenzentrum der
Arbeiterwohlfahrt (AWo) an: Mit umfassenden Umbauarbeiten will sich der Träger, der AWo-Bezirksverband
Westliches-Westfalen, den Bedürfnissen der Bewohner und den Vorgaben
des Gesetzgebers anpassen. 7,4 Mill. Euro werden in die Erneuerung
der Einrichtung am Rosterberg in Siegen investiert.

Das Fritz-Fries-Seniorenzentrum im Umbruch: Bis Ende des nächsten Jahres
soll
es nur noch Einzelzimmer geben. (SZ-Foto)
Im Januar dieses Jahres haben die Arbeiten begonnen,
gestern wurden sie der Öffentlichkeit vorgestellt. Weil laut Wolfgang
Altenbernd, Geschäftsführer des AWo-Bezirksverbandes
Westliches-Westfalen,
jetzt die Änderung der Strukturen erkennbar ist: Alle Zweibettzimmer
werden zu etwa 19 Quadratmeter großen Einbettzimmern umgebaut und mit
einem größeren und barrierefreien
Bad sowie neuen Möbeln ausgestattet.
Dafür müssen die Balkone weichen. Ein dritter
Aufzug soll die Wege
für die Bewohner verkürzen. In das Foyer, das weitgehend erhalten bleibt,
wird ein Teil der Cafeteria hineinreichen. Die Erneuerung
der Verwaltung soll in wenigen Wochen abgeschlossen sein.
In allen Etagen werden ein zentrales
Pflegebad und ein
Dienstzimmer geschaffen. In jedem Stockwerk entstehen eine Verteilerküche sowie ein Kommunikations-
und Speiseraum. Es wird mehrere Gärten geben,
darunter einen im Innenhof speziell
für an Demenz Erkrankte. Derzeit
stehen Gerüste an der Außenfassade, die bis zum Winter fertig sein
soll.
127 Senioren bewohnten das Heim vor der Entscheidung
zum Umbau. Zurzeit sind es noch 87, so können die Bewohner während
der Arbeiten im Fritz-Fries-Haus bleiben. Nach der Fertigstellung,
die etwa Ende 2008 geplant ist, gibt es 115
Einzelzimmer.
Die Erneuerung des Seniorenzentrums ist von langer Hand
geplant: Die Idee ist fünf Jahre alt, vor drei Jahren haben die Planungsgespräche
begonnen, erklärte Geschäftsführer Altenbernd. Das alte Konzept mit
Ausrichtung auf Leben und Wohnen im Alter greife nicht mehr. Als das
Haus 1971 öffnete, gab es noch keine Pflegeversicherung. Das durchschnittliche
Einzugsalter liegt laut Altenbernd inzwischen bei 86
Jahren. Alle Bewohner
seien pflegebedürftig, 20 Prozent schwer. Fast alle Männer und Frauen
im Fritz-Fries-Seniorenzentrum hätten körperliche
Gebrechen, viele
seien demenzkrank.
Mit 7,4 Mill. Euro kostet der Umbau laut Altenbernd
fast so viel wie ein Neubau. Aufgrund der Änderung im Landespflegegesetz
müsse der Träger die Finanzierung allein
stemmen. Der AWo-Bezirksverband
hat nach eigenen Angaben über die gesamte Summe einen Kredit aufgenommen.
Der Umbau schlägt sich in einer Erhöhung des Pflegesatzes, genauer
gesagt des investiven Teils des Pflegesatzes, nieder. Der könne aber
erst nach Abschluss der Arbeiten bestimmt werden, erklärte Altenbernd.

Siegener Zeitung (14.04.2007)